Was ist Astrofotografie
-
-
Description text goes here
-
Dieser Blog richtet sich an Einsteiger und Astrofotografie Interessierte. Es werden die wichtigste Merkmale und Aspekte der Astrofotografie erklärt und veranschaulicht. Der Artikel soll einen groben Überblick zur Thematik geben. Details hinsichtlich Umgang mit Teleskopen oder spezielle Bildbearbeitungstechniken werden hier nicht behandelt. Dem Leser soll vermittelt werden, welcher Aufwand und Mühen in einem fertigen Astrofoto stecken. Der Nachthimmel verändert sich im Verlauf eines Jahres. Jedes Objekt egal ob Galaxie, Nebel oder Planet hat einen Zeitraum, in welchem es besonders gut fotografiert werden kann. In Deutschland sind die Nächte, hierfür leider selten. Daher versuche ich jede klare Nacht zu nutzen soweit meine Arbeit und der Terminplan es zulassen. Aufgrund der langen erforderlichen Belichtungszeiten in der Deep Sky Fotografie belichte ich meine Aufnahmeobjekte im Gegensatz zur Planetenfotografie meist über mehrere Nächte hinweg. Zwischen den Sessions können Wochen, Monate oder im Extremfall sogar Jahre liegen. Mit diesem Hintergrund möchte ich vermitteln, wie viel Zeit und Arbeit in einem finalen Astrofoto stecken kann.
Was ist Astrofotografie?
Astrofotografie beginnt selten mit einem einzelnen Bild. Häufig steht am Anfang ein Blick in den Nachthimmel und die Erkenntnis, dass hinter dem sichtbaren Licht eine weitaus größere Struktur existiert. Aus diesem ersten Eindruck entwickelt sich mit der Zeit ein Hobby, das Technik, Geduld und Naturbeobachtung auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Als Teilgebiet der Astronomie bildet die Astrofotografie die Schnittstelle zwischen theoretischem Verständnis des Universums und seiner praktischen Abbildung. Was in astronomischen Modellen und Berechnungen beschrieben wird, wird hier durch Licht sichtbar – Licht, das abhängig vom beobachteten Objekt mehrere tausend, Millionen oder sogar Milliarden Jahre unterwegs war, bevor es den Sensor einer Kamera erreicht. Die technischen Möglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Moderne Kameras, präzise Nachführsysteme und leistungsfähige Bildverarbeitung ermöglichen heute Ergebnisse, die früher ausschließlich professionellen Observatorien vorbehalten waren. Gleichzeitig sind Wissen, Erfahrungen und neue Entwicklungen durch die weltweit vernetzte Astro-Community einfacher zugänglich als je zuvor. Trotz aller technischen Fortschritte bleibt die Astrofotografie ein Hobby, das Geduld, Disziplin und ein strukturiertes Vorgehen erfordert. Erfolgreiche Aufnahmen entstehen nicht durch einen einzelnen Knopfdruck, sondern durch sorgfältige Planung, Datenerfassung, Fehleranalyse und kontinuierliche Verbesserung. Wetter, Lichtverschmutzung und die Bedingungen des Nachthimmels setzen dabei Grenzen, die auch modernste Technik nicht vollständig überwinden kann. Gerade dieser Prozess macht den besonderen Reiz der Astrofotografie aus. Es geht nicht nur darum, beeindruckende Bilder zu erzeugen, sondern den Nachthimmel zu erforschen, astronomische Zusammenhänge zu verstehen und die Entstehung jeder Aufnahme nachvollziehen zu können. Jede Beobachtungsnacht eröffnet dabei einen neuen Blick auf das Universum und erinnert daran, dass jedes eingefangene Photon eine oft unvorstellbar lange Reise durch Raum und Zeit hinter sich hat.
Die Anfänge der Astrofotografie reichen bis in das Jahr 1840 zurück. Dem amerikanischen Physiker und Chemiker John William Draper gelang in diesem Jahr die erste erhaltene fotografische Aufnahme des Mondes. Sie gilt als Meilenstein der astronomischen Fotografie und markiert den Beginn einer Entwicklung, die von den ersten fotografischen Glasplatten bis hin zu modernen digitalen Kamerasystemen reicht. Seitdem haben sich Teleskope, Kameras und Bildverarbeitungsverfahren kontinuierlich weiterentwickelt und ermöglichen heute Aufnahmen, die früher ausschließlich professionellen Sternwarten vorbehalten waren.
Die Astrofotografie befindet sich seit Jahren in einem rasanten Wandel. Leistungsfähige CMOS-Sensoren, präzise Nachführsysteme und immer effizientere Bildverarbeitungssoftware ermöglichen heute Aufnahmen, die noch vor wenigen Jahrzehnten ausschließlich großen Sternwarten vorbehalten waren. Gleichzeitig werden die Systeme kompakter, leichter und einfacher zu bedienen, wodurch der Einstieg in dieses faszinierende Hobby deutlich erleichtert wird. Auch die Digitalisierung hat die Astrofotografie nachhaltig verändert. Aufnahmeplanung, Kamerasteuerung, Autofokus, Guiding und Bildbearbeitung lassen sich heute weitgehend automatisieren. Hinzu kommen Smart-Teleskope, Remote-Sternwarten und KI-gestützte Werkzeuge, die viele Arbeitsschritte vereinfachen und neue Möglichkeiten eröffnen. Dennoch bleibt die Technik lediglich ein Werkzeug. Wetter, Seeing, Transparenz der Atmosphäre und Lichtverschmutzung bestimmen weiterhin die Qualität der gewonnenen Daten. Auch modernste Ausrüstung kann schlechte Aufnahmebedingungen nicht vollständig kompensieren. Ein fundiertes Verständnis der astronomischen Grundlagen und des eigenen Equipments bleibt deshalb unverzichtbar. Parallel zur technischen Entwicklung entstand eine weltweit vernetzte Astro-Community. Über Foren, soziale Medien und spezialisierte Plattformen werden Erfahrungen, Bildbearbeitungstechniken und wissenschaftliche Erkenntnisse ausgetauscht. Dieses gemeinsame Wissen trägt maßgeblich dazu bei, dass sich die Astrofotografie kontinuierlich weiterentwickelt und heute mehr Menschen zugänglich ist als jemals zuvor.
Mit der zunehmenden Verbreitung moderner Fertigungstechniken hat sich innerhalb der Astrofotografie eine ausgeprägte DIY-Kultur entwickelt. Viele Astrofotografen beschränken sich längst nicht mehr auf serienmäßige Komplettsysteme, sondern entwickeln individuelle Lösungen, die exakt auf ihre eigenen Anforderungen zugeschnitten sind. Dazu gehören selbst gebaute Sternwarten, Betonsäulen für Montierungen, Eigenkonstruktionen aus dem 3D-Druck oder speziell angefertigte Adapter und Halterungen. Auch die Automatisierung kompletter Beobachtungssysteme sowie die Entwicklung eigener Software und elektronischer Steuerungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese Projekte verbinden astronomisches Interesse mit technischem Verständnis, handwerklichem Geschick und kreativer Problemlösung. Häufig entstehen dabei Lösungen, die kommerziell nicht erhältlich sind und den Aufnahmeprozess deutlich effizienter oder komfortabler gestalten. Gerade diese Kombination aus Astronomie, Technik und Ingenieurskunst macht für viele einen wesentlichen Teil der Faszination aus. Die Astrofotografie endet deshalb nicht mit dem Kauf eines Teleskops – sie entwickelt sich kontinuierlich weiter und wächst mit den eigenen Erfahrungen und Ideen.
Keine andere Form der Fotografie ist so stark von äußeren Einflüssen abhängig wie die Astrofotografie. Während sich Licht, Perspektive oder Motiv in vielen Bereichen gezielt beeinflussen lassen, gibt der Nachthimmel die Bedingungen nahezu vollständig vor. Wetter, Mondphase, Jahreszeit und Standort entscheiden darüber, welche Himmelsobjekte überhaupt beobachtet und fotografiert werden können. Besonders die Lichtverschmutzung stellt eine der größten Herausforderungen dar. Künstliche Beleuchtung überlagert das schwache Licht entfernter Galaxien, Nebel und Sternhaufen und reduziert den sichtbaren Kontrast erheblich. Deshalb führen viele Astrofotografen ihre Aufnahmen an möglichst dunklen Orten durch, die weit entfernt von größeren Städten liegen. Ebenso entscheidend ist die Transparenz der Atmosphäre. Feuchtigkeit, Staub oder dünne Wolkenschichten streuen das einfallende Licht und verringern die Bildqualität. Hinzu kommt das sogenannte Seeing, also die Luftunruhe in der Atmosphäre. Selbst bei wolkenlosem Himmel können Turbulenzen dafür sorgen, dass Sterne leicht flimmern und feine Details unscharf erscheinen. Die Wahl des richtigen Aufnahmezeitpunkts ist daher ein wesentlicher Bestandteil jeder Beobachtungsnacht. Wettervorhersagen, Seeing-Prognosen, Mondkalender und astronomische Planungsprogramme gehören heute zu den wichtigsten Hilfsmitteln. Eine sorgfältige Vorbereitung entscheidet oft darüber, ob aus einer Nacht hochwertige Rohdaten entstehen oder wertvolle Beobachtungszeit ungenutzt verstreicht.
Bevor die eigentliche Aufnahme beginnt, muss die gesamte Ausrüstung sorgfältig aufgebaut und vorbereitet werden. Bereits kleine Ungenauigkeiten können sich während langer Belichtungszeiten deutlich auf die Bildqualität auswirken. Deshalb beginnt jede Beobachtungsnacht mit einer systematischen Kontrolle aller Komponenten. Nach dem Aufbau von Stativ, Montierung und Teleskop erfolgt zunächst die exakte Polausrichtung. Sie bildet die Grundlage für eine präzise Nachführung während der Belichtung. Anschließend werden Kamera, Guiding-System und weiteres Zubehör eingerichtet, bevor das Teleskop exakt fokussiert wird. Moderne Autofokus-Systeme erleichtern diesen Arbeitsschritt, dennoch sollte das Ergebnis regelmäßig kontrolliert werden. Erst wenn alle Systeme zuverlässig arbeiten, beginnt die eigentliche Datenerfassung.
Da sich die Erde kontinuierlich um ihre eigene Achse dreht, würden Sterne bereits nach kurzer Zeit als Strichspuren erscheinen. Deshalb kommen in der Astrofotografie motorisierte parallaktische Montierungen zum Einsatz. Sie gleichen die Erdrotation über die Rektaszensionsachse präzise aus und ermöglichen dadurch Belichtungszeiten von mehreren Minuten oder sogar Stunden. Für längere Belichtungen oder hohe Brennweiten wird zusätzlich häufig ein Autoguiding-System eingesetzt, das kleinste Nachführfehler automatisch korrigiert.
Moderne Astrofotografie nutzt darüber hinaus zahlreiche automatische Verfahren wie Platesolving, Autofokus und computergestützte Nachführung. Beim Platesolving wird anhand der aufgenommenen Sternkonstellation die exakte Position des Teleskops bestimmt. Dadurch kann der gewünschte Bildausschnitt innerhalb weniger Sekunden automatisch und reproduzierbar angefahren werden, was den Aufnahmeprozess erheblich vereinfacht.
Je nach Objekt entstehen dabei oft mehrere hundert Einzelaufnahmen, die später zu einem einzigen Bild kombiniert werden. Zusätzlich werden Kalibrierungsaufnahmen wie Darks, Flats oder Bias erstellt, um Sensorrauschen, Staubpartikel und optische Fehler möglichst vollständig zu korrigieren. Eine einzelne Beobachtungsnacht liefert dabei häufig nur einen Teil der benötigten Daten. Viele Projekte erstrecken sich über mehrere Nächte oder sogar Wochen. Erst durch das Zusammenführen aller Einzelaufnahmen entsteht ein Datensatz, der genügend Informationen für eine hochwertige Bildbearbeitung enthält.
Nach Abschluss der Aufnahmen beginnt ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Astrofotografie: die Bildbearbeitung. Die Kamera liefert zunächst lediglich Rohdaten, die das schwache Licht astronomischer Objekte enthalten. Erst durch die Kalibrierung, das Stacken und die anschließende Bearbeitung werden feine Strukturen und Farben sichtbar. Beim Stacken werden zahlreiche Einzelbelichtungen miteinander kombiniert. Dadurch verbessert sich das Signal-Rausch-Verhältnis erheblich, während zufälliges Bildrauschen reduziert wird. Je mehr hochwertige Aufnahmen zur Verfügung stehen, desto detailreicher fällt in der Regel das Endergebnis aus.
Viele Deep-Sky-Projekte entstehen dabei nicht innerhalb einer einzigen Nacht. Häufig werden Bilddaten über mehrere Nächte oder sogar Wochen und Monate gesammelt. Erst das Zusammenführen aller Einzelaufnahmen liefert genügend Signal, um feinste Strukturen sichtbar zu machen. Gerade diese Geduld und der langfristige Charakter vieler Projekte unterscheiden die Astrofotografie von nahezu allen anderen Bereichen der Fotografie.
Im Anschluss folgen verschiedene Bearbeitungsschritte wie Hintergrundkorrektur, Farbkalibrierung, Kontrastanpassung, Schärfung und gezielte Rauschreduzierung. Ziel ist dabei nicht, künstliche Effekte zu erzeugen, sondern die tatsächlich aufgezeichneten Informationen möglichst naturgetreu sichtbar zu machen. Die Bildbearbeitung ist deshalb kein nachträgliches Verschönern eines Fotos, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Astrofotografie. Sie macht Strukturen sichtbar, die bereits in den Rohdaten vorhanden sind, für das menschliche Auge jedoch zunächst verborgen bleiben.Am Ende entsteht weit mehr als nur ein fertiges Bild. Jede Aufnahme dokumentiert einen einzigartigen Moment des Universums und erzählt die Geschichte von Licht, das – abhängig vom beobachteten Objekt – häufig seit mehreren tausend, Millionen oder sogar Milliarden Jahren durch das Universum unterwegs ist. Jedes Astrofoto ist damit der sichtbare Abschluss eines oft über viele Stunden oder Nächte hinweg geplanten und durchgeführten Projekts. Genau diese Verbindung aus Wissenschaft, Technik, Geduld und persönlicher Erfahrung macht die Astrofotografie für viele Menschen zu einer lebenslangen Leidenschaft.
Einleitung
Die Anfänge der Astrofotografie gehen auf das Jahr 1840 zurück. In diesem Jahr gelang dem amerikanischen Physiker und Chemiker John William Draper die erste fotografische Aufnahme eines Himmelsobjekts – des Mondes. Dafür nutzte er ein modifiziertes Newton-Teleskop, das an die Anforderungen der damaligen Fototechnik angepasst war. Diese Aufnahme gilt als Meilenstein und markiert den Beginn der wissenschaftlichen Astrofotografie und legte den Grundstein für die bildbasierte Himmelsforschung.
Da sich die Erde während der Belichtung der Aufnahmen weiter dreht, würden die Sterne bereits nach kurzer Zeit zu Strichspuren. Daher werden insbesondere für die Deep Sky Fotografie motorisch betriebene Nachführungen benötigt, welche die Rotation der Erde in zwei Achsen (Deklination und Rektaszention) ausgleichen. Der Nachthimmel verändert sich über das Jahr hinweg. Mit Planetariums Programmen lässt sich abhängig vom Beobachtungsort bestimmen, welche Himmelobjekte egal ob Galaxien, Nebel oder Planeten gerade gut fotografiert werden können. Ich belichte meine Aufnahmeobjekte meist über mehrere Nächte hinweg. Zwischen den Sessions können Wochen, Monate oder im Extremfall sogar Jahre liegen. Mit diesem Hintergrund möchte ich vermitteln, wie viel Zeit und Arbeit in einem finalen Astrofoto stecken kann. Da sich die Erde während der Belichtung der Aufnahmen weiterdreht, werden die Sterne abhängig von der Aufnahmebrennweite bereits nach wenigen Sekunden zu Strichspuren.
Daher werden insbesondere für die Deep Sky Fotografie motorisch betriebene Nachführungen benötigt, welche die Rotation der Erde in zwei Achsen ausgleichen. Die Hauptachse der Montierung muss hierfür in Deckung mit der Rotationsachse der Erde gebracht werden. Zur Ausrichtung wird der Polstern Polaris genutzt, welcher fast mittig im Drehpunkt liegt.Abhängig vom Beobachtungsort muss hierfür der korrekte Breitengrad eingestellt werden. Bei den meisten Montierungen tritt in periodischen Abständen ein Ruckeln auf. Dieses entsteht, weil die im Getriebe verbaute Schneckenwelle nur bedingt präzise gefertigt ist, weshalb dies als periodischer Schneckenfehler bezeichnet wird. Durch das Ruckeln, wird die Nachführung kurzzeitig negativ beeinflusst. Die Folge sind verzerrte Sterne. Um dies zu verhindern, wird bei länger belichteten Aufnahmen von > 1min meist Autoguiding genutzt. Hier gibt es verschiedene Methoden. Im Wesentlichen wird ein oder auch mehrere Sterne als Referenzpunkt genutzt, um Abweichungen der Nachführung infolge der mechanischen Fehler der Montierung zu dedektieren. In der Folge wird ein Korrekturbefehl an die beiden Motoren gesendet und die Störgröße kompensiert. Es werden zum Teil noch weitere Techniken wie etwa das sogenannte Platesolving zum pixelgenauen Ausrichten des Bildausschnittes genutzt. Hierbei wird ein Referenzbild vom angefahrenen Himmelsausschnitt erstellt und mit einer astronomischen Datenbank abgeglichen. Anhand der Sternkonstellation lässt sich in wenigen Sekunden die Position bestimmen und die Abweichung zum gewünschten Bildfeld ermitteln. In einem iterativen Prozess wird die Position der Montierung automatisch korrigiert, bis der gewünschte Himmelsausschnitt pixelgenau angefahren ist. Dies ist ein großer Vorteil, da ein manuelles Ausrichten sehr zeitaufwendig, wesentlich ungenauer und auch schlecht reproduzierbar ist. Aufgrund der großen Entfernung, welche das Licht vom Beobachtungsobjekt zurücklegt, bis es auf den Kamerasensor trifft,, sind lange Belichtungszeiten erforderlich. Je größer die Teleskopöffnung ist, desto mehr Licht kann das Teleskop in der selben Zeit sammeln, wobei die Lichtsammelfähigkeit mit dem Quadrat zunimmt. Im Gegensatz zur Planetenfotografie sind bei der Deep-Sky Fotografie Belichtungszeiten von mehreren Minuten notwendig, um die schwachen Strukturen auf dem Kamerasensor einzufangen. Die Belichtungszeit wird hierbei durch die Himmelshelligkeit, den Kamerasensor und die Genauigkeit der elektrischen Nachführung begrenzt
Gebiete der Astrofotografie
Deep Sky
Die Deep-Sky-Fotografie umfasst alle Objekte außerhalb unseres Sonnensystems. Dies sind Galaxien, Nebel, Sternhaufen, Sterne und andere astronomische Phänomene. Im Gegensatz zur Planetenfotografie sind Belichtungszeiten von mehreren Minuten notwendig, um die schwachen Strukturen auf dem Kamerasensor einzufangen. Hierfür sind spezielle Ausrüstung und Techniken nötig. Wegen der langen Belichtungszeiten verwenden viele Astrofotografen gekühlte Astrokameras zur Rauschreduzierung. Die Belichtungszeit wird durch die Himmelshelligkeit, den Kamerasensor und die Genauigkeit der elektrischen Nachführung begrenzt.
Sonnensystem
Im Gegensatz zur Deep Sky Fotografie sind die Aufnahmeobjekte (Sonne, Planeten, Monde, Kometen) für astronomische Maßstäbe in direkter Nachbarschaft zur Erde. Üblicherweise werden Videosequenzen mit sehr kurzen Belichtungszeiten erstellt, um die Momente guten Seeings einzufangen (Lucky imaging). Hierbei sind hohe Bildraten wichtig. Eine Kamera Kühlung ist wegen der kurzen Belichtungszeiten hingegen nicht nötig. Für den Einstieg können beispielsweise Bilder vom Mond mittels Okularprojektion erstellt werden, indem das Handy über einen Handyhalter an das Teleskop adaptiert wird.
Milchstraße
Die Milchstraßenfotografie bietet den im Vergleich günstigsten Einstieg in die Astrofotografie, da bereits mit einfacher Ausrüstung beeindruckende Bildergebnisse erzielt werden können. Beispielsweise können mit dem vorhandenen Handy oder der DSLR in Kombination mit Stativ und einem Weitwinkelobjektiv schöne Aufnahmen der Milchstraße erstellt werden. Populär sind das Erstellen von Landschaftsaufnahmen mit Milchstraße oder Zeitraffer des Nachthimmels. Entscheidend hierbei ist ein dunkler Standort. Eine Sensorkühlung oder aktive Nachführung, ist wegen der oftmals kurzen Belichtungszeiten von unter 30s nicht zwingend nötig.Meine Schwerpunkte liegen vor allem in der ersten Kategorie Deep Sky. Ich fototgrafiere fast auschließlich weitflächige Gasnebel und größere Galaxien. Mein Astrofotografie Setup ist primär für Deeep Sky Fotografie ausgelegt und optimiert. Gelegentlich beobachte und fotografiere ich aber auch Objekte im Sonnensystem, wie Mond , Sonne, Jupiter und Saturn oder vorbeifliegende Kometen. Hier nutze ich vor allem das kompakte Smartteleskop mit der Bezeichnung Seestar S50.
Exkurs Entfernungen im All
Wenn die Erde auf die Größe eines Sandkornes skaliert würde, dann wäre das Sonnensystem der Sandeimer, die Milchstraße die Insel mit Strand und das Universum ein riesiges, tiefes Meer ohne feste Grenzen…. Der Leuchtturm vor der Insel wäre der nächstgelegene Stern Alpha Zentauri und unsere Nachbargalaxie die Andromedagalaxie wäre die Nachbarinsel. Der Begriff Deep Sky könnte mit dem Eintauchen in tiefes Wasser (deep water) verglichen werden.
Angenommen dein Freund würde eine Flaschenpost von der Nachbarinsel zur meiner Insel verschicken, dann würde die Flasche Zeit brauchen, bis diese von den Gezeiten bei mir am Strand angespült wird. Ähnlich verhält es sich mit dem Licht, das genau wie die Flaschenpost seine Zeit braucht, um die riesigen Distanzen im Universum zurückzulegen. Beispielsweise benötig Licht, das von unserer Sonne emittiert wird etwa 8min bis es mit Lichtgeschwindigkeit bei uns auf der Erde eintrifft.
Wenn nun die Flaschenpost ein Zeichnung vom Nachbarstrand enthält und diese nach einiger Zeit bei mir ankommt, dann zeigt die Zeichnung einen Zustand der Nachbarinsel aus der Vergangenheit. Genau so verhält es sich mit dem Licht, dass beispielsweise von einer weit entfernten Galaxie durch unser Teleskop in unser Auge oder auf den Kamerasensor trifft. Der Beobachter erhält einen Bild der Galaxie, welches den Zustand der Galaxie zeigt, als deren Licht zur Erde ausgestrahlt wurde. Somit ist ein Blick in den Nachthimmel immer ein Blick in die Vergangenheit. Je weiter der Beobachter dabei in die Tiefen des Universums blickt desto weiter zurück in die Vergangenheit blickt er. Allein diese Tatsache macht dieses Hobby so besonders.
Ausrüstung für die Astrofotografie
Teleskope und Objektive
Für das Beobachten und Fotografieren von Planeten ist ein Teleskop mit großer Öffnung und Brennweite optimal. Mit zunehmender Brennweite steigt jedoch auch die Anforderung an die Nachführgenauigkeit.
Newton Teleskope
Teleskope sind die im Vergleich preisgünstigsten Teleskope. Bei diesem Teleskoptyp erhält man die meiste Öffnung für vergleichsweise wenig Geld. Das Teleskop hat einen parabolischen Hauptstpiegel und einen kleineren Fangspiegel, welcher das Licht seitlich aus dem Tubus lenkt. Der Einblick bzw. die Adaption der Kamera ist somit immer seitlich am Tubus. Durch die Fangspiegelstreben weisen die Sterne beim Fotografieren sogenannte Spikes auf, was charakteristisch für Newton Teleskop ist. Der Name geht auf den Erfinder Isaac Newton zurück, welcher 1758 erstmals diesen Teleskop Typ entwickelte. Meine Empfehlung für ambitionierte Einsteiger ist der Skywacther PDS Explorer 150/750. Mit 320 Euro (Stand Oktober 2023) bietet das Teleskop mit 150mm Öffnung einen günstigen Einstieg in das Hobby für verhälltniosmäßig viel Öffnung. Der verbaute Haupt- und Fangspiegel besteht aus CFK 95. Die Abbildunsleistung ist gut und kann mit einfachen Mitteln und etwas handwerklichen Geschick noch optimiert werden. Insbesondere Kontrast und Sternabbildung lassen sich verbessern. Das System ordnet sich mit F/5 schon bei den lichststärkeren Teleskopen ein, ist dabei aber noch einfach zu Justieren und zu Fokussieren im Gegensatz zu schnelleren Systemen mit beispielsweise F/4. Das Teleskop ist mit etwa 700mm Länge noch kompakt und lässt sichgut transportieren. Die für Newtonteleskope typische Koma in den Bildecken lässt sich mit einem Komakorrektor gut korrigieren. Ich empfehle hier den 4 Linsigen GPU KOmakorrektor, welcher gegenüber dem 2 Linsigen Skywatcherkomakorrektor die bessere Korrektur und Abbildungsleistung hat.
Linsen Teleskope
Linsenteleskopen gibt es in verschiedenen Formen. Im wesentlichen wird zwischen preisgünstigeren Achromaten mit nur einer Linse und den Apochromaten mit mindestens zwei Linsen (Duplet) unterschieden. In der Astrofotografie weit verbreitet sind Systeme mit 3 Linsen (Triplets). Der Preis steigt hier jedoch bereits bei kleinen Teleskopöffnungen sehr schnell an. Der Einblick ist im Gegensatz zum Newton Teleskop in Achsrichtung am Ende des Tubus. Ein Vorteil bei Linsenteleskopen ist, dass diese im Gegensatz zu Newton Teleskopen nicht oder nur sehr selten justiert werde müssen, da die Linsen fix im Tubus montiert sind. Somit sind Linsenteleskope besonders Anfänger freundlich jedoch auch sehr teuer.
Die Wahl eines geeigneten Teleskop hängt im Wesentlichen von den Anwendungsgebieten und der Größe des Geldbeutels ab. Faktoren wie Standort, mobiler oder stationärer Betrieb, aber auch die persönlichen Ansprüche an das Hobby spielen ebenfalls eine endscheidende Rolle bei der Teleskopwahl.
Meine Empfehlung für ambitionierte Einsteiger sind die Teleskope der Cat Serie von William Optics aus Taiwan. Insbesondere die Modelle mit Innenfokusierung empfehle ich. Der Wiliam Optics RedCat 61 stellt einen guten Einstieg da. Dank der 300mm Brennweite sind die Ansprüche an eine genaue Nachführung nicht so hoch. Für Bleichtungszeiten von 1 bis 3 Minuten kann je nach Montierung und Pixelgröße ggf. auf Guiding verzichtet werden.
Lichtsammelvermögen
Das Verhältnis aus Brennweite und Öffnung eines optischen Systems wird als Öffnungsverhältnis bezeichnet. Je kleiner dabei die Brennweite und je größer die Öffnung, desto lichtstärker ist das optische System.
Beispiel
Skywatcher PDS Explorer 150/750
D = 150mm
f = 750mm
F= f/D = 750mm / 150mm = 5
Bei Verwendung des Skywatcher 150/1200 ergibt sich somit bei gleicher Öffnung ein Öffnungsverhältnis von: F = 1200mm / 150mm = 8
Je höher demnach die Brennweite bei gleicher Teleskopöffnung ist desto größer das Öffnungsverhältnis und desto weniger Licht kann das Teleskop sammeln. Ein Teleskop mit hoher Lichtsammelfähigkeit, also mit kleinem Öffnungsverhältnis wird als schnelles optisches System bezeichnet, da im Vergleich zu einem Teleskop mit größerem Öffnungsverhältnis in derselben Zeit mehr Licht gesammelt werden kann.Merksatz für die Astrofotografie
Öffnungsverhältnis = Lichtstarkes Teleskop = Kurze Belichtungszeiten
Großes Öffnungsverhältnis = Lichtschwaches Teleskop = Lange Belichtungszeiten
Teleskope mit kleinem Öffnungsverhältnis sind demnach besonders gut für die Astrofotografie geeignet. Für die visuelle Beobachtung von z.B. Planeten oder kleinen Galaxien sind hingegen Teleskope mit großem Öffnungsverhältnis besser geeignet, da zum einen das Bildfeld kleiner ist und zum anderen der Kontrast besser ist als mit einem lichtstarken System.
Das folgende Diagramm zeigt den Einfluss des Öffnungsverältniss auf die Belichtungszeit und soll veranschaulichen, warum in der Astrofotografie, insbesondere von Deep Sky Objekten, Teleskope mit kleinen Öffnungsverhältnissen einen Vorteil bei der Belichtungszeit bringen gegenüber Systemen mit großem Öffnungsverhältnis.
Der Rasa Astrograph von Celestron stellt mit einem Öffnungsverhältnis von F/2,2 derzeit das wohl schnellste Teleskopsystem dar. Um die gleiche Bildinformation mit einem Skywatcher PDS Newton mit einem Öffnungsverhältnis von F/5 zu erreichen muss 6,25mal länger belichtet werden. Die schnellen Newtonsysteme sind dennoch sehr leistungsfähige Lichtsammelmaschinen. Die klassischen Linsenteleskope und die RC-Teleskope sind hier deutlich im Nachteil. Je schneller ein Teleskopsystem ist desto größer sind jedoch auch die Anforderungen an die Justage und das Fokussieren. Insbesondere bei dem extrem schnellen Rasa Astrograph ist die Fokusebene nur sehr klein, weshalb ein geringer Temperaturabfall oder ein Schwenken des Teleskops zu einem verstellten Fokus führen kann.
Beispiel Mondfahrzeug
Die Größe der Strukturen, welche mit einem Teleskop beobachtet werden können ist somit abhängig von der Entfernung des Beobachtungsobjektes zur Erde und der Öffnung des verwendeten Teleskopes. Je weiter demnach das Beobachtungsobjekt von der Erde entfernt ist, desto größer muss die Teleskopöffnung sein. Mit meinem 6 Zoll Newton ergibt sich aus der obigen Formel eine beobachtbare Objektgröße von etwa 1712 m auf dem Mond. Bei idealem Seeing werden Strukturen von bis zu 1712 Meter also noch aufgelöst. Kleinere Objekte hingegen werden nicht mehr aufgelöst. Das Monderkundungsfahrzeug hat eine Länge von 3,1 m und lässt sich demnach nicht beobachten von der Erde. Hierfür wäre nach der obigen Formel ein Teleskop von gigantischer Größe mit einem Spiegeldurchmesser von 85 Metern und einer Brennweite von mindestens 400 Metern erforderlich! Bei der Internationalen Raumstation ISS verhält es sich hingegen anders. Mit einer Bahnhöhe von nur 408 km und einer Länge von 73 Metern ist die Raumstation groß genug, um mit meinem 6 Zoll Teleskop beobachtet werden zu können. Hierfür ist jedoch eine gute Nachführung notwendig, da die ISS mit bis zu 27.600 km/h durch das All fliegt.
Filter
Erklärung der Gruppen: Breitbandfilter: RGB-Filter: Erfassen rotes, grünes und blaues Licht – Grundfarben für Farbbilder. Luminanzfilter (L-Filter): Lässt das gesamte sichtbare Licht (außer UV/IR) durch – sorgt für Detail. Lichtverschmutzungsfilter: Blockieren künstliches Licht (z. B. Natrium- oder Quecksilberdampflampen) und lassen natürliche Himmelsobjekte besser erscheinen. Schmalbandfilter: Hα-Filter (Hydrogen-Alpha): Lässt nur Licht bei 656 nm durch – Emissionslinie von Wasserstoff. OIII-Filter (Sauerstoff III): Lässt Licht bei 501 nm durch – grün-bläuliche Emission, typisch in planetarischen Nebeln. SII-Filter (Schwefel II): Lässt Licht bei 672 nm durch – ergänzt Hα und OIII für Hubble-Palette.
Zutaten für ein gutes Astrofoto
Planung und Vorbereitung
Hieraus kann die Gesamtbelichtungszeit eingeschätzt und der objektspezifische optimale Aufnahmezeitraum festgelegt werden. Neben dem Aufnahmezeitraum kann ebenso der Einfluss der Lichtverschmutzung durch den Mond eingesehen werden. Je nach Mondalter und Aufgang bzw. Untergang sollte ein Lichtverschmutzungsfilter eingesetzt werden. Aus den zuvor beschriebenen Informationen kann dann grob die Belichtungssequenz, also die Einzelbelichtungszeit und die Anzahl der Aufnahmen kalkuliert werden.
Aufnahmebedingungen
Neben der Lichtverschmutzung beeinflussen die Windgeschwindigkeit und die Thermik die Beobachtung. Nach Möglichkeit sollte ein windgeschützter Standort mit mehreren Metern Abstand zu Gebäuden gewählt werden. Windböhen versetzen auch die stabilste Montierung in Schwingung, wodurch das Beobachtungsobjekt sich unkontrolliert bewegt. Durch die Abwärme von Gebäuden entsteht in deren Nähe Thermik, also warme Luft, die aufgrund der geringen Dichte nach oben steigt und zu Luftunruhe führt. Hierdurch wird das Beobachtungsobjekt verschwommen und unscharf abgebildet. Für die Astrofotografie ist außerdem eine freie Sicht nach Norden auf den Polarstern wichtig, um so die Montierung genau auf die Rotationsachse der Erde auszurichten. Für die visuelle Beobachtung ist dies jedoch nicht zwingend notwendig. Hier reicht bereits eine Ausrichtung der Montierung an zwei bis drei Sternen aus, damit diese das Beobachtungsobjekt im Blickfeld hält. Auf das Wetter kann hingegen kein Einfluss genommen werden. Es sind sternenklare, kalte, windstille Nächte bei Neumond zu bevorzugen. Das Aufnahmeobjekt sollte vor allem in lichtverschmutzten Locations möglichst nahe am Zenit stehen, um möglichst lange belichten zu können, ohne dass sich der Himmelshintergrund zu sehr aufhellt und das Deep Sky Objekt verschluckt. Ein weiterer limitierender Faktor ist die Luftunruhe, auch als Seeing bezeichnet. Dieses kann ebenfalls nicht beeinflusst werden und limitiert das tatsächliche Auflösungsvermögen der Aufnahmeoptik.
Equipment
Pflege und Justage
Aufbau und Aufnahme
Korrekturbilder
Astrofotografie: Kalibrierung & Stacking 📊
🌌
Lightframes aufnehmen
⬇️
🔍
Schlechte Lightframes aussortieren
⬇️
□
Kalibrierbilder erstellen
⬇️
○
Master Flat = Flat – Master Bias
⬇️
■
Kalibrierung: (Light – Master Bias – Master Dark) / Master Flat
⬇️
Lightframes stacken (Mittelwert)
⬇️
🎨
Nachbearbeitung (Stretch, Farben, Kontrast)
Postprocessing
Stacking
Zunächst müssen die Aufnahmen vorbereitend für das Bildstacking bezüglich ihrer Qualität beurteilt und schlechte Aufnahmen von den guten selektiert werden. Ausschuss sind zum Beispiel Aufnahmen mit strichförmigen oder defokussierten Sternen., aber auch Aufnahmen mit starken Helligkeitsgradienten oder Wolken.
Der Vorgang kann mit dem „Freirubbeln“ eines Gewinnscheins verglichen werden, da erst danach die in den Rohbildern verborgenen Bildinformationen (Gewinnnummer) sichtbar werden. Oft entstehen mehrere Varianten der Aufnahme, welche zunächst miteinander verglichen werden. Die Festlegung auf ein Variante kann mitunter einige Tage in Anspruch nehmen. Zu Anfang erfolgt immer die Überlagerung der einzelnen Lightframes. Dieser Prozess wird als Bildaddition oder auch Stacking bezeichnet. Das Resultat ist ein Summenbild aus vielen Einzelaufnahmen. Hierbei gilt, je mehr Aufnahmen addiert werden, desto höher ist das Signal Rausch Verhältnis. Nach der Bildaddition beginnt die eigentliche Bildbearbeitung, bei welcher das Summenbild zunächst in einem Bildbearbeitungsprogram wie Gimp oder Pixinsight weiter bearbeitet wird. Es folgen viele weiter Schritte, wie etwa die Farbkanalanpassung, Gradienten-Entfernung, Ebnung des Hintergrundes, Skalierung für den Druck Neben der Anpassung der Auflösung muss auch auf die korrekte Wiedergabe der Farben geachtet werden. Für die Bildbearbeitung ist es daher sehr zu empfehlen einen farbkalibrierten Monitor zu verwenden, damit die Farben auch genau wie auf dem Bildschirm zu sehen gedruckt werden. Dies spielt auch eine Rolle, wenn die Aufnahme digital auf einer Website veröffentlicht wird.
Was ist die Dynamic Background Extraction?
Die Dynamic Background Extraction kurz DBE ist eine Methode mit welcher der Himmelshintergrund von Gradienten durch Lichtverschmutzung befreit werden kann. Mithilfe eines Gradientenmodels können die störenden Bereiche vom Hintergrund abgezogen werden.
Astropixel Processor und Pixinsight bieten jeweils Werkzeuge hierfür an. Nachfolgend wird die DBE in Pixinsight näher erklärt.
Bildbearbeitung
Für die Bildbearbeitung oft verwendete Dateiformate sind das FITS und TIFF-Format. Bei Verwendung einer DSLR wird das RAW-Format genutzt. JPEG-Format wird abschließend für die Darstellung auf einer Website wie dieser hier genutzt oder zum Veröffentlichen auf Sozial Media Plattformen. Zur Dokumentation, der Analyse und dem Vergleich der erstellten Astroaufnahmen sind Aufnahmeprotokolle sinnvoll. Diese enthalten Angaben zum Aufnahmeobjekt, Belichtungsdaten und ein Protokoll zur jeweiligen Aufnahmenacht. Je nach Komplexität können weitere Informationen ergänzt werden. Insbesondere für Einsteiger empfehle ich solche Protokolle, da Abläufe hierdurch besser verinnerlicht und Fehler analysiert werden können.
Astro-Kommunitie
Schlusswort
⇮ «
Zutaten für ein gutes Astrofoto
Die Zutatenliste für ein gelungenes Astrofoto ist lang und unterscheidet sich je nach Aufnahmeobjekt teilweise erheblich. Während bei der Milchstraßenfotografie andere Anforderungen gelten als bei der Aufnahme lichtschwacher Deep-Sky-Objekte oder der Planetenfotografie, bleibt ein Grundprinzip immer gleich: Ein gutes Ergebnis entsteht nur, wenn alle Bausteine perfekt zusammenspielen.
Die Astrofotografie lässt sich sehr gut mit dem Backen eines Kuchens vergleichen. Fehlt nur eine einzige Zutat oder wird die Reihenfolge der Arbeitsschritte nicht eingehalten, leidet das Endergebnis. Selbst wenn alle Zutaten vorhanden sind und der Koch sein Handwerk beherrscht, kann ein kleiner Fehler den gesamten Kuchen ruinieren.
Genau so verhält es sich auch unter dem Sternenhimmel. Eine vereiste Optik, ein unbemerkter Fokusverlust, ein leerer Akku, Datenverlust oder ein falsch eingestelltes Aufnahmeprogramm können viele Stunden Vorbereitung innerhalb weniger Minuten zunichtemachen. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Wetterumschwünge, Wind oder plötzlich aufziehende Wolken, auf die kein Astrofotograf Einfluss hat.
Die Liste möglicher Fehlerquellen ist lang. Mit einer guten Vorbereitung, einer strukturierten Arbeitsweise und etwas Disziplin lassen sich die meisten Probleme jedoch vermeiden. Und selbst wenn einmal etwas schiefgeht, gehört das zum Lernprozess. Jeder Fehlschlag liefert wertvolle Erfahrungen und macht zukünftige Aufnahmen besser.
Planung und Vorbereitung
Der wichtigste Teil einer erfolgreichen Astrofotografie beginnt nicht erst unter dem Sternenhimmel, sondern bereits einige Tage vorher. Eine sorgfältige Planung entscheidet häufig darüber, ob eine Aufnahmenacht erfolgreich verläuft oder bereits nach kurzer Zeit beendet werden muss.
Als Erstes sollten Wetterlage und Beobachtungsbedingungen überprüft werden. Neben einer möglichst wolkenfreien Nacht spielen auch Transparenz, Seeing, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Taupunkt eine entscheidende Rolle. Speziell für Astronomen bieten Dienste wie Meteoblue oder Clear Outside sehr detaillierte Vorhersagen dieser Parameter.
Sind die Wetterbedingungen vielversprechend, folgt die Auswahl des Aufnahmeobjekts. Mithilfe einer Planetariumssoftware wie Stellarium lässt sich bereits im Voraus bestimmen, wann ein Objekt sichtbar ist, welche maximale Höhe es erreicht und wie lange es während der Nacht fotografiert werden kann. Gleichzeitig kann die Bildwirkung mit unterschiedlichen Brennweiten simuliert werden. So lässt sich bereits vor der Abfahrt entscheiden, welches Teleskop oder Kameraobjektiv für das gewünschte Motiv am besten geeignet ist.
Ebenso wichtig ist die Berechnung des optimalen Aufnahmefensters. Je höher sich ein Objekt über dem Horizont befindet, desto weniger Atmosphäre muss das Licht durchdringen. Dadurch verbessert sich die Bildqualität deutlich. Besonders lichtschwache Deep-Sky-Objekte sollten deshalb möglichst in der Nähe des Zenits aufgenommen werden.
Auch der Mond darf bei der Planung nicht außer Acht gelassen werden. Bereits ein halb beleuchteter Mond kann den Himmel deutlich aufhellen und den Kontrast vieler Nebel und Galaxien erheblich verschlechtern. Moderne Planungsprogramme zeigen Mondphase sowie Auf- und Untergangszeiten an, sodass sich geeignete Zeitfenster leicht bestimmen lassen. Je nach Objekt kann zusätzlich der Einsatz eines Lichtverschmutzungs- oder Schmalbandfilters sinnvoll sein.
Aus allen gesammelten Informationen lässt sich anschließend die komplette Aufnahmesequenz planen. Dazu gehören unter anderem:
- gewünschte Gesamtbelichtungszeit
- Einzelbelichtungszeit
- Anzahl der Aufnahmen
- Filterwechsel
- Dithering-Intervalle
- Kalibrierungsaufnahmen (Darks, Flats und Bias bzw. Dark Flats)
- Autofokus-Intervalle
Je detaillierter die Vorbereitung erfolgt, desto entspannter verläuft später die eigentliche Beobachtungsnacht. Während andere noch nach einem geeigneten Objekt suchen oder Einstellungen ausprobieren, kann bereits mit der ersten Belichtungsserie begonnen werden.
Die richtigen Aufnahmebedingungen
Neben der Qualität des Equipments haben die äußeren Aufnahmebedingungen einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Bildergebnis. Selbst die beste Kamera und das hochwertigste Teleskop können ihr Potenzial nicht ausschöpfen, wenn die Beobachtungsbedingungen ungünstig sind. Die Wahl eines geeigneten Beobachtungsstandortes gehört deshalb zu den wichtigsten Entscheidungen eines Astrofotografen.
Bei der Standortwahl müssen verschiedene Faktoren gegeneinander abgewogen werden. Dazu zählen insbesondere die Lichtverschmutzung, freie Sicht auf den Himmel, Windschutz, Thermik, Erreichbarkeit sowie genügend Platz für den Aufbau des Equipments. Nur selten erfüllt ein Standort alle Anforderungen gleichzeitig, weshalb meist ein sinnvoller Kompromiss gefunden werden muss.
Der größte Feind lichtschwacher Objekte
Künstliche Lichtquellen gehören zu den größten Herausforderungen in der Astrofotografie. Straßenbeleuchtung, Industrieanlagen oder beleuchtete Ortschaften hellen den Nachthimmel auf und reduzieren den Kontrast zwischen Himmelshintergrund und dem eigentlichen Aufnahmeobjekt. Besonders lichtschwache Nebel und Galaxien verschwinden dadurch nahezu vollständig.
Je dunkler der Himmel, desto mehr feine Strukturen können später aus den Aufnahmen herausgearbeitet werden. Deshalb lohnt sich häufig eine längere Anfahrt zu einem dunklen Beobachtungsplatz.
- Bortle 1–3 → ausgezeichnete Bedingungen
- Bortle 4 → sehr gut für Deep-Sky
- Bortle 5–6 → eingeschränkt geeignet
- Bortle 7–9 → hauptsächlich Mond-, Planeten- oder Schmalbandfotografie
Hilfreich bei der Suche nach geeigneten Standorten sind sogenannte Light-Pollution-Maps. Sie zeigen die Himmelshelligkeit weltweit und erleichtern die Auswahl eines möglichst dunklen Beobachtungsortes erheblich.
Unsichtbare Störfaktoren
Wind ist einer der häufigsten Gründe für unscharfe Aufnahmen. Bereits leichte Böen können selbst massive Montierungen in Schwingung versetzen. Besonders bei langen Brennweiten reichen kleinste Bewegungen aus, damit Sterne während der Belichtung zu Strichen werden.
Nach Möglichkeit sollte deshalb ein windgeschützter Beobachtungsplatz gewählt werden. Gleichzeitig sollte ausreichend Abstand zu Gebäuden, Mauern oder aufgeheizten Asphaltflächen eingehalten werden.
Diese geben nach Sonnenuntergang Wärme an die Umgebung ab. Die dadurch entstehenden Luftströmungen – auch Thermik genannt – verursachen Luftunruhe und verschlechtern die Bildschärfe erheblich. Besonders bei der Planetenfotografie wirkt sich dieser Effekt deutlich auf das Auflösungsvermögen aus.
Freie Sicht auf den Himmel
Für die Deep-Sky-Astrofotografie mit einer parallaktischen Montierung ist eine möglichst freie Sicht nach Norden von großem Vorteil. Nur so lässt sich die Montierung präzise auf den Himmelspol ausrichten und eine exakte Nachführung gewährleisten.
Bei einer rein visuellen Beobachtung ist dies weniger kritisch. Hier genügt häufig eine Sternausrichtung mit zwei oder drei Referenzsternen, damit die Nachführung das Beobachtungsobjekt zuverlässig im Gesichtsfeld hält.
Ebenso wichtig ist eine möglichst freie Sicht in die Richtung des geplanten Aufnahmeobjekts. Bäume, Häuser oder Bergrücken können den nutzbaren Aufnahmezeitraum deutlich verkürzen.
Die Qualität der Atmosphäre
Neben der Lichtverschmutzung beeinflusst auch die Atmosphäre maßgeblich die Bildqualität. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen Seeing und Transparenz.
Das Seeing beschreibt die Luftunruhe innerhalb der Atmosphäre. Turbulenzen führen dazu, dass Sterne flimmern und feine Details verschwimmen. Besonders bei langen Brennweiten und der Planetenfotografie stellt das Seeing häufig den limitierenden Faktor dar.
Die Transparenz beschreibt hingegen die Klarheit der Atmosphäre. Hohe Luftfeuchtigkeit, Saharastaub, Dunst oder dünne Schleierwolken reduzieren den Kontrast und verschlechtern die Sichtbarkeit lichtschwacher Objekte erheblich.
Ideale Bedingungen herrschen in kalten, trockenen Winternächten mit geringer Luftfeuchtigkeit, ruhiger Atmosphäre und möglichst wenig Wind.
Wann entstehen die besten Astrofotos?
Die besten Ergebnisse entstehen in sternenklaren Nächten rund um den Neumond. Je dunkler der Himmel, desto höher fällt der Kontrast zwischen Himmelshintergrund und Aufnahmeobjekt aus.
Deep-Sky-Objekte sollten möglichst hoch über dem Horizont stehen. In Horizontnähe muss ihr Licht einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Dadurch nehmen Kontrast, Schärfe und Farbsättigung sichtbar ab.
Befindet sich das Objekt dagegen nahe dem Zenit, ist der Einfluss der Atmosphäre am geringsten. Gleichzeitig kann länger belichtet werden, ohne dass der Himmelshintergrund durch Streulicht oder Lichtverschmutzung zu stark aufgehellt wird.
- ✔ Neumond oder sehr schmale Mondsichel
- ✔ geringer Wind
- ✔ niedrige Luftfeuchtigkeit
- ✔ hohe Transparenz
- ✔ gutes Seeing
- ✔ dunkler Beobachtungsstandort (Bortle 1–4)
- ✔ Aufnahmeobjekt möglichst nahe am Zenit
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einer erfolgreichen Astrofotografie nichts mehr im Wege. Die Bildqualität wird nun hauptsächlich durch das verwendete Equipment sowie eine präzise Aufnahme- und Nachführtechnik bestimmt.
Das richtige Equipment
Nicht immer ist das teuerste Equipment automatisch die beste Wahl. Entscheidend ist vielmehr, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Bereits eine einzelne Schwachstelle im Gesamtsystem kann die Bildqualität deutlich verschlechtern oder den gesamten Aufnahmeprozess erschweren.
Zu einem vollständigen Astrofotografie-Setup gehören neben einer geeigneten Optik auch eine stabile Montierung, eine passende Kamera, eventuell Filter sowie weiteres Zubehör wie Guiding-Systeme, Tauheizungen oder Autofokusmotoren. Erst das harmonische Zusammenspiel aller Komponenten ermöglicht hochwertige Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten.
Die Grundlage jeder Aufnahme
Die Wahl der richtigen Optik richtet sich in erster Linie nach dem gewünschten Aufnahmeobjekt. Große Emissionsnebel oder die Milchstraße lassen sich bereits mit kurzen Brennweiten hervorragend aufnehmen, während kleine Galaxien oder planetarische Nebel deutlich längere Brennweiten erfordern.
Ebenso wichtig ist die Kombination aus Brennweite und Pixelgröße der verwendeten Kamera. Beide Werte bestimmen gemeinsam die Abtastung des Bildes und damit, wie fein Strukturen auf dem Sensor aufgelöst werden.
Ist die Pixelgröße im Verhältnis zur Brennweite zu groß, spricht man von Undersampling. Feine Details können dann nicht vollständig aufgelöst werden. Sind die Pixel dagegen sehr klein, entsteht Oversampling. Dadurch werden zwar mehr Pixel verwendet, die tatsächliche Bildauflösung steigt jedoch aufgrund der atmosphärischen Bedingungen meist nicht weiter an.
Für die meisten Deep-Sky-Aufnahmen sollte die Kombination aus Brennweite und Pixelgröße möglichst an das durchschnittliche Seeing des Beobachtungsstandortes angepasst werden. Nur so lässt sich das maximale Auflösungsvermögen sinnvoll nutzen.
Field Flattener und Komakorrektor
Jede optische Konstruktion besitzt typische Abbildungsfehler. Besonders zum Rand des Bildfeldes können Sterne verzerrt dargestellt werden oder ihre runde Form verlieren.
Bei Newton-Spiegelteleskopen tritt häufig sogenannte Koma auf. Sterne erscheinen dabei zum Bildrand hin wie kleine Kometen mit einem Schweif. Um diesen Fehler zu korrigieren, wird zwischen Teleskop und Kamera ein Komakorrektor eingesetzt.
Linsenteleskope zeigen dagegen häufig eine Bildfeldwölbung. Sterne im Zentrum sind scharf, während sie zum Rand hin zunehmend unscharf werden. Hier kommen sogenannte Field Flattener oder Reducer/Flattener zum Einsatz, welche das Bildfeld ebnen und gleichzeitig häufig die Brennweite leicht verkürzen.
Für beide Korrektursysteme ist der korrekte Arbeitsabstand zwischen Korrektor und Kamerasensor entscheidend. Bereits Abweichungen von wenigen Millimetern können wieder zu verzerrten Sternen führen. Deshalb sollte der vom Hersteller angegebene Backfokus exakt eingehalten werden.
Mehr Kontrast trotz Lichtverschmutzung
Filter gehören heute zur Standardausrüstung vieler Astrofotografen. Sie verbessern den Kontrast lichtschwacher Objekte und reduzieren störende Lichtquellen wie Straßenbeleuchtung oder Mondlicht.
Bei Farbkameras kommen häufig Breitbandfilter zum Einsatz, welche störende Spektralbereiche künstlicher Beleuchtung abschwächen. Noch wirkungsvoller sind Schmalbandfilter, die ausschließlich bestimmte Emissionslinien wie H-alpha, OIII oder SII passieren lassen. Dadurch lassen sich selbst unter aufgehelltem Himmel beeindruckende Nebelaufnahmen erstellen.
Welcher Filter sinnvoll ist, hängt sowohl vom Aufnahmeobjekt als auch vom Beobachtungsstandort ab. Während Galaxien meist ohne Schmalbandfilter fotografiert werden, profitieren Emissionsnebel erheblich von deren Einsatz.
Das wichtigste Bauteil der Astrofotografie
Die Montierung ist das Herzstück jeder Astrofotografie-Ausrüstung. Sie kompensiert die Erdrotation und sorgt dafür, dass das Aufnahmeobjekt während langer Belichtungszeiten exakt im Bildfeld bleibt.
Selbst hochwertige Kameras und Teleskope können schlechte Nachführung nicht ausgleichen. Deshalb sollte die Montierung niemals als nebensächliche Komponente betrachtet werden.
Besonders wichtig ist die maximale Traglast. Für fotografische Anwendungen sollte eine Montierung dauerhaft nur mit etwa 50 bis 70 Prozent ihrer angegebenen Tragfähigkeit belastet werden. Eine zu hohe Belastung verschlechtert die Nachführgenauigkeit und erhöht die Schwingungsanfälligkeit erheblich.
Lieber eine etwas größere Montierung wählen als dauerhaft an der Belastungsgrenze zu arbeiten. Dies verbessert nicht nur die Nachführgenauigkeit, sondern bietet auch Reserven für zukünftige Erweiterungen des Equipments.
Die Basis jeder stabilen Nachführung
Ebenso wichtig wie die Montierung ist ein stabiles Stativ. Bereits kleinste Schwingungen wirken sich bei langen Brennweiten unmittelbar auf die Bildqualität aus.
Holzstative besitzen gegenüber Aluminiumstativen einen entscheidenden Vorteil: Holz dämpft Schwingungen deutlich effektiver und beruhigt das System wesentlich schneller. Gerade bei windigen Bedingungen oder schweren Teleskopen kann dies einen spürbaren Unterschied machen.
Unabhängig vom Material sollte das Stativ immer auf einem möglichst festen Untergrund stehen. Weicher Boden, lockerer Kies oder Holzplattformen können Vibrationen zusätzlich verstärken.
Kleine Helfer mit großer Wirkung
Neben den Hauptkomponenten gibt es zahlreiche Zubehörteile, welche den Aufnahmeprozess erheblich vereinfachen oder die Bildqualität verbessern können.
- ✔ Guiding-Kamera und Leitrohr für längere Belichtungszeiten
- ✔ Elektrischer Autofokusmotor
- ✔ Tauheizung gegen beschlagene Optiken
- ✔ Filterrad für automatische Filterwechsel
- ✔ Powerstation oder Akkus für den mobilen Betrieb
- ✔ Mini-PC oder ASIAIR zur vollständigen Steuerung der Aufnahme
- ✔ Kabelmanagement zur Vermeidung von Kabelzug
Nicht jedes Zubehör ist zwingend erforderlich. Mit zunehmender Erfahrung erleichtern viele dieser Komponenten jedoch den Aufnahmeablauf erheblich und sorgen für reproduzierbare Ergebnisse – insbesondere bei langen automatisierten Aufnahmeserien.
Pflege und Justage
Selbst das hochwertigste Astrofotografie-Equipment liefert nur dann dauerhaft optimale Ergebnisse, wenn es regelmäßig gepflegt und überprüft wird. Schmutz, Staub, Feuchtigkeit oder eine verstellte Optik können die Bildqualität deutlich verschlechtern. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems jedoch langfristig erhalten.
Dabei gilt grundsätzlich: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich reinigen. Jede unnötige Berührung optischer Flächen erhöht das Risiko feiner Kratzer oder Beschädigungen der Vergütung.
Optiken richtig pflegen
Staub auf der Frontlinse oder dem Hauptspiegel wirkt sich in der Regel deutlich weniger auf die Bildqualität aus, als viele Einsteiger vermuten. Kleine Staubpartikel verschwinden aufgrund der großen Entfernung zum Kamerasensor praktisch vollständig im Bild.
Aus diesem Grund sollte eine Reinigung nur erfolgen, wenn tatsächlich Verschmutzungen wie Pollen, Fingerabdrücke, Wasserflecken oder andere Rückstände vorhanden sind. Jede unnötige Reinigung erhöht das Risiko feiner Mikrokratzer.
- ✔ Staub zunächst mit einem Blasebalg entfernen.
- ✔ Hartnäckige Partikel vorsichtig mit einem weichen Optikpinsel lösen.
- ✔ Erst anschließend mit geeignetem Optikreiniger und fusselfreiem Mikrofasertuch reinigen.
- ✔ Niemals trockenen Staub über die Glasoberfläche wischen.
Besondere Vorsicht ist bei Spiegelteleskopen geboten. Die reflektierende Aluminiumbeschichtung ist deutlich empfindlicher als Glasoberflächen und sollte nur im Ausnahmefall gereinigt werden.
Die Justage der Optik
Insbesondere Newton-Spiegelteleskope müssen regelmäßig kollimiert werden. Dabei werden Haupt- und Fangspiegel exakt zueinander ausgerichtet, sodass das einfallende Licht präzise auf den Kamerasensor oder das Okular fokussiert wird.
Bereits kleine Erschütterungen während des Transports können dazu führen, dass sich die Spiegel minimal verstellen. Die Folge sind unscharfe Sterne, verringerter Kontrast und ein deutlicher Verlust an Auflösung.
Zur Kontrolle eignen sich Kollimationskappen, Cheshire-Okulare oder Laser-Kollimatoren. Eine sauber kollimierte Optik bildet Sterne bis in die Bildmitte punktförmig ab und nutzt das volle Auflösungsvermögen des Teleskops aus.
Linsenteleskope sind dagegen nahezu wartungsfrei. Hier ist eine Nachjustage in der Regel nicht erforderlich, da die Linsen werksseitig dauerhaft ausgerichtet sind.
Der häufigste Grund für einen vorzeitigen Abbruch
In klaren Nächten kühlen optische Flächen häufig unter die Umgebungstemperatur ab. Wird der Taupunkt unterschritten, schlägt sich Feuchtigkeit auf Linsen, Spiegeln oder Suchern nieder. Bereits eine dünne Wasserschicht macht weitere Aufnahmen unmöglich.
Am zuverlässigsten lässt sich dies mit elektrischen Tauheizungen verhindern. Diese halten die Optik wenige Grad über der Umgebungstemperatur, ohne störende Luftströmungen zu erzeugen.
Zusätzlich helfen Taukappen, den Wärmeverlust der Optik zu reduzieren und gleichzeitig Streulicht abzuschirmen.
Tauheizungen sollten bereits vor Beginn der Beobachtung eingeschaltet werden. Ist die Optik erst einmal beschlagen, dauert das erneute Trocknen häufig sehr lange.
Warum Auskühlen so wichtig ist
Zwischen Innenraum und Außentemperatur liegen häufig mehr als 20 Grad Celsius. Wird ein Teleskop unmittelbar nach dem Aufbau verwendet, entstehen innerhalb des Tubus Luftströmungen, welche die Bildqualität deutlich verschlechtern.
Vor allem größere Spiegelteleskope benötigen deshalb ausreichend Zeit, um sich an die Außentemperatur anzupassen. Erst wenn sich Optik und Umgebungstemperatur weitgehend angeglichen haben, kann das volle Auflösungsvermögen genutzt werden.
Je nach Teleskopgröße beträgt diese Auskühlzeit zwischen etwa 20 Minuten und über einer Stunde.
Equipment richtig aufbewahren
Auch nach der Beobachtungsnacht endet die Pflege des Equipments nicht. Beschlagene Optiken sollten niemals sofort luftdicht verschlossen werden. Eingeschlossene Feuchtigkeit kann langfristig zu Schimmelbildung oder Korrosion führen.
Vor dem Verpacken empfiehlt es sich, Tau vorsichtig vom Tubus abzuwischen und die Optik zunächst mit geöffneten Schutzkappen vollständig trocknen zu lassen. Anschließend können Staubkappen aufgesetzt und das Equipment in Transportkoffern oder Schutzboxen verstaut werden.
Für die langfristige Lagerung eignet sich ein trockener Raum mit möglichst konstanter Temperatur. Hohe Luftfeuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.
- ✔ Tau entfernen und Optik vollständig trocknen lassen
- ✔ Schutzkappen erst nach dem Trocknen aufsetzen
- ✔ Akkus laden und Powerstation kontrollieren
- ✔ Speicherkarten sichern und Rohdaten archivieren
- ✔ Kabel auf Beschädigungen prüfen
- ✔ Montierung und Stativ grob reinigen
- ✔ Optik staubgeschützt lagern
Regelmäßige Pflege verlängert nicht nur die Lebensdauer der Ausrüstung, sondern sorgt auch dafür, dass jede Aufnahmenacht unter optimalen Bedingungen beginnen kann.